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Herzlich willkommen auf den Netzseiten der Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt

Es ist wieder soweit - Halle wurde erneut zur Sale-Stadt!

Kaum ist der Konsumterror des Weihnachtsgeschäfts beendet, wurde die Rabattschlacht im Einzelhandel eröffnet.

 

  

Fotos: Jörg Bönisch

 Eine Referenz an den großen Sohn der Stadt, G. F. Handel?

 

Hier die Übersetzung der Einzelhändler für die deutschsprachigen Mitbürger:

 


 

Gedanken beim Schlendern über Halles heißes Pflaster

Kommentiert von Jörg Bönisch (Foto: Wolfgang Müller-Bönisch)

Georg Friedrich Händel, der seiner Geburtsstadt Halle im Alter von 18 Jahren für immer den Rücken kehrte, sich 1727 in England einbürgern und fortan George Frideric Handel nennen ließ, würde sich über 250 Jahre nach seinem Tode in seiner ehemaligen Heimatstadt wohl auch nicht wohler fühlen. Dennoch: Stolz und würdevoll blickt Mister Handel – der nichts mit dem gleichnamigen Tun zu tun hat – von seinem Postament über den Markt in Richtung seiner Taufkirche und weiter in Richtung seiner Wahlheimat. Dabei entdeckt er allerlei vertrautes, aber auch irritierendes Vokabular. Von Fassaden und aus vielen Schaufenstern schreit es in knalligem rot: „Sale“. „Handy-Shop“ und „Hairstylist“ sind auch nicht weit, bei Teddys „Backdiscounter“ handelt es sich – um Irrtümer bei der Übersetzung auszuschließen – um eine Bäckerei, bei „Subway“ geht es nicht in die U-Bahn, sondern gibt es „Sandwiches“, also belegte Brote, und nebenan im „Service Center“ des städtischen Nahverkehrsunternehmens kann man „Tickets“ oder die „Umweltcard“ für die „Tram“ kaufen. Nicht nur, dass sich hier entlang die hallesche Marktplatzverwerfung zieht - nein, man befindet sich hier offensichtlich auf heißem Pflaster. Obwohl mir in diesem Zusammenhang nichts von vulkanischer Aktivitität bekannt ist. Dennoch warnen übergroße Aufkleber auf den Pflastersteinen vor „Hotspots“ - vor heißen Flecken, wie sie bisher in Deutschland nur aus der Eifel bekannt sind.

Halle-luja, da kann einem ja blümerant werden: Die Verhunzung der deutschen Sprache hat Auswüchse angenommen, die das Stadtbild verschandelt. Was denken die Touristen von uns, die aus dem englischen Sprachraum kommen? Was vermuten die wohl hinter einem „Backshop“? Unsere ausländischen Besucher halten große Stücke auf die sprachlichen Leistungen von Goethe, Schiller, Kant und Hegel, wie auch auf die musikalischen Leistungen von Händel und Telemann. Sie kommen mit anspruchsvollen Vorstellungen nach Deutschland – und finden zunehmend nur deutsch-englischen Sprachmüll. Und werden sich wie Händel angewidert von Deutschland abwenden.


 

 

Mawoussé Tsogbé

VDS-Regionalleiter in Togo

bei der Delegiertenversammlung des Vereins Deutsche Sprache am 4. Juni 2011 in Merseburg:

„Ich komme aus Togo und trinke gerne Kaffee. Aber ich mag keinen Coffee to go!”

Foto: Jörg Bönisch

          

  


  

20. März 2012, 17 Uhr: Podiumsdiskussion »Sprache in der Politik und Politik in der Sprache«

Die Veranstaltung befindet sich noch in der Vorbereitung • Gesprächsteilnehmer und Veranstaltungsort werden rechtzeitig bekannt gegeben

 

Ein Jahr nach den Landtagswahlen sollen in der Reihe »Kultur und Zeitgeschehen« die Fragen erörtert werden, welche Rolle die Sprache in der Politik spielt und welche Wirkungen die Politik auf die Sprache ausübt. Bei der Veranstaltung »Kulturelle Identität im Zeitalter der Globalisierung« im März vergangenen Jahres stellte Prof. Johannes Heinrichs, Philosoph und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des VDS, in den Franckeschen Stiftungen zu Halle fest: „Bei der Sprachpflege für unsere Muttersprache handelt es sich um eine ausgesprochen sprachpolitische Aufgabe, um den erstrangigen Teil aller Kulturpolitik.“

Die deutsche Sprache verfügt über einen mannigfaltigen Wort-Schatz, den es zu behüten und vor allzu banalen angloamerikanischen Einflüssen wirksam zu schützen gilt. So ist die Erhaltung und kreative Weiterentwicklung unserer Muttersprache das größte und wichtigste nationale Kulturprojekt Deutschlands. Sie ist das kostbarste Kulturgut, das Medium des Zusammenlebens einer Nation und ihrer Identität.

Zu Sätzen gebildete Worte machen Gespräch und Austausch möglich, geben Zuversicht und Vertrauen oder schüren Angst und Missgunst, helfen bei der Orientierung oder stiften Verwirrung, geben Freude oder vermitteln Leid, können erklären, vernebeln, beruhigen oder aufregen. So ist die verständliche Ausdrucksweise in einer Kulturnation wie der unseren tragende Säule der Demokratie und Voraussetzung für Integration.

Wer redet, will gehört und verstanden werden. Um herauszufinden, was Politiker von den Bürgern ihres Landes halten, haben das Seminar Medienwissenschaft der Universität in Koblenz und der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) in einer gemeinsamen Studie Reden von Bundespolitikern analysiert und sind dabei im November 2011 zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen. Das Bürgerbild der Politiker ist diffus bis widersprüchlich und der Klang an sich wohlfein formulierter Politiker-Sätze bei genauem Hinschauen nicht immer schmeichelhaft.

Wer schreibt, will gelesen und verstanden werden. Dennoch sind in Deutschland rund 7,5 Millionen Menschen, davon mehr als 200.000 in Sachsen-Anhalt, funktionale Analphabeten. Sie können zwar grundsätzlich lesen und schreiben, die Schriftsprache aber nicht so anwenden, dass sie in angemessener Form am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Das sind Ergebnisse einer Studie, die die Universität Hamburg Anfang vergangenen Jahres vorlegte.

Wenn man die fernsehtäglich über die Zuschauer hereinbrechende Flut von Gesprächsrunden (Talkshows) betrachtet, scheint das unterhaltsame, meist belanglose Geplapper unserer gewählten Volksvertreter kein Ende zu finden. Doch betrachtet man die Ergebnisse der 15-prozentigen Rücklaufquote der vor den Landtagswahlen 2011 in Sachsen-Anhalt an die 263 Listen- und Direktkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Die Linken, FDP, Freien Wähler und SPD übersandten Wahlprüfsteine, ergibt sich ein bedenkliches Bild (Presse-Information 02/2011). So haben beispielsweise 92 Prozent der in dieser Legislaturperiode im Ausschuss für Kultur und Bildung tätigen Abgeordneten die acht vom VDS gestellten sprachpolitischen Fragen NICHT beantwortet.

Offensichtlich fehlt es an einer ernsthaften gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit sprachlichen Fragen. Und das, obwohl Sprache eine unersetzliche gesellschaftliche Ressource als Voraussetzung für Demokratie, kulturelle Kommunikation, Integration und Identität ist. So darf man von Politikern erwarten, dass sie sich bürgernah und verständlich ausdrücken, um für ihre politischen Zielsetzungen Mehrheiten zu erlangen.


 

Tabuthema Analphabetismus in Deutschland

Alarmierend: Über sieben Millionen Menschen können nicht richtig lesen und schreiben

Analphabetismus und ungenügende Grundbildung müssen enttabuisiert und öffentlich diskutiert werden (Foto: Jörg Bönisch)

Eine Studie der Universität Hamburg bringt das wahre Ausmaß des Analphabetismus in Deutschland ans Licht: 7,5 Millionen Menschen, mehr als 14 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung, können nicht richtig lesen und schreiben. Das sind fast doppelt so viele, wie bisher mit etwa vier Millionen angenommen wurde. In Sachsen-Anhalt leben über 200.000 Menschen, die vom funktionalen Analphabetismus betroffen sind. Sie können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, jedoch keine zusammenhängenden Texte. Zu den Analphabeten im engeren Sinne gehören über vier Prozent der Bevölkerung. Diese können lediglich einzelne Wörter lesend verstehen und schreiben. Für beide Gruppen ist eine würdige Teilnahme am gesellschaftlichen Leben nicht möglich. Sie stehen vor der schwierigen Herausforderung, alltägliche Situationen in unserer schriftgeprägten Welt zu meistern. Aus der Studie geht weiter hervor, dass über 13 Millionen der in Deutschland lebenden Erwachsenen die Rechtschreibung, wie sie bis zum Ende der Grundschulzeit unterrichtet wird, nicht beherrschen. Diese Personen würden das Lesen und Schreiben häufig vermeiden. Das macht einen Anteil von 25 Prozent an dieser Bevölkerungsgruppe aus.

Die alarmierenden Ergebnisse kommen einer Bankrotterklärung der deutschen Bildungspolitik gleich – in einer Pressemitteilung des Bundesbildungsministeriums spricht man von „fehlender ausreichender Grundbildung“. Ungeachtet dieser desaströsen Zustände werden Modellprojekte wie die frühkindliche zweisprachige Erziehung in Kindergärten, die Einführung der Grundschrift (bzw. Abschaffung der Schreibschrift) und Lesen durch Schreiben (bzw. schreib, wie du sprichst) unbeirrt fortgesetzt, obwohl sie umstritten sind. Statt dem Nachwuchs sprachliche Kompetenz mit bewährten erfolgreichen Lehrmethoden zu vermitteln, werden die Kinder zu Versuchskaninchen der inkonsistenten, föderalen Bildungspolitik. Aufbauend auf profunde Deutschkenntnisse mit einem breiten aktiven Wortschatz, ist es erfahrungsgemäß viel leichter, Fremdsprachen zu erlernen. Doch in den vergangenen zehn Jahren ist der während der ersten vier Schuljahre vermittelte Grundwortschatz von 1.100 Wörtern auf 700 gesunken, bestätigt Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. So beträgt der Anteil des Deutschunterrichts von der ersten bis zur zehnten Klasse nur 16 Prozent an den Wochenstunden und liegt damit weit unter den Werten des Muttersprachunterrichts in benachbarten europäischen Ländern. In den gymnasialen Klassenstufen liegt der Anteil des Deutschunterrichts oft bei nur drei Wochenstunden. Natürlich darf man nicht die ganze Schuld auf die Politiker und Lehrer schieben. Die Eltern haben eine ebensolche Verantwortung, die Sprachentwicklung ihrer Kinder zu fördern.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan und der damalige Präsident der Kultusministerkonferenz, Bernd Althusmann, haben im Dezember vergangenen Jahres eine gemeinsame nationale Strategie im Kampf gegen den Analphabetismus ins Leben gerufen und alle gesellschaftlichen Gruppen aufgefordert, sich dem Vorhaben anzuschließen. Mit einer öffentlichen Kampagne soll auf die ungenügende Grundbildung aufmerksam gemacht werden. Schavan stellt nüchtern fest: „Es gibt Analphabetismus in Deutschland in einer Größenordnung, die nicht mehr eine Nische darstellt.“ In einem ersten Schritt stellt der Bund für die Forschung und Entwicklung hin zur höheren Alphabetisierung und Grundbildung rund 20 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 35 Millionen Euro kommen aus dem Europäischen Sozialfonds. Als Startschuss für die Aktivitäten seitens des Landes Sachsen-Anhalt hat der Landesausschuss für Erwachsenenbildung in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium im November 2011 in Magdeburg eine Vortragsveranstaltung zu diesem Thema organisiert. Hier wurden die gesellschaftspolitische Brisanz der Situation und Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Geplant sind weitere Veranstaltungen, die dazu beitragen, erst einmal überhaupt auf funktionale Analphabeten aufmerksam zu werden. Zugleich sollen Alphabetisierungskurse gefördert werden, heißt es aus dem Magdeburger Kultusministerium. Hier galt dieses Phänomen nach eigenen Angaben viel zu lange als eines der südlichen Halbkugel, nicht der entwickelten Länder.

An der repräsentativen Level-One-Studie (leo) der Universität Hamburg nahmen über 8.000 Personen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren teil. Nach Angaben der Autorin der Studie, Prof. Dr. Anke Grotlüschen, liegen damit zum ersten Mal belastbare Zahlen über den Analphabetismus in Deutschland vor.

Zusammenfassung der leo-Studie: http://blogs.epb.uni-hamburg.de/leo


 

Foto: Lutherdekade

Die ersten Worte aus dem Johannesevangelium stellen das Motto der Kommunikations- und Marketingkampagne der Lutherdekade, der Vorbereitung auf das 500. Reformationsjubiläum 2017. Die Kampagne soll die große Bedeutung des Thesenanschlags Martin Luthers 1517 und der Reformation national wie international ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Das Motto greift mit den Schlüsselbegriffen Anfang und Wort den Grundimpuls lutherischen Denkens und der Reformation auf. Die Rückbesinnung auf das Wort Gottes, auf die authentische Botschaft der Bibel, stellte einen Neuanfang dar, der kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen in der ganzen Welt nach sich zog.
 

 

Am Anfang war das Wort: Podiumsdiskussion »Drei Verbände - Eine Sprache« am 24. November 2011 in der Lutherstadt Wittenberg

Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS), Verband der Redenschreiber deutsche Sprache (VRdS) und DPRG e.V. Berufsverband Öffentlichkeitsarbeit diskutierten über die rhetorische, kommunikative und gesellschaftliche Bedeutung unserer Muttersprache

Moderatorin Dagmar Röse mit Dr.Vazrik Bazil (VRdS), Manfred Piwinger (DPRG) und Oliver Baer (VDS), Foto: Jörg Bönisch

Wohlbedacht wählten der Verband der Redenschreiber Deutsche Sprache (VRdS), die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) und der Verein Deutsche Sprache (VDS) die ersten Worte aus dem Johannesevangelium als Überschrift für ihre Podiumsdiskussion Ende November in der Lutherstadt Wittenberg. »Am Anfang war das Wort« ist seit kurzem das Motto für die Lutherdekade und begleitet die Aktivitäten bis zum Reformationsjubiläum 2017. In der Tradition Luthers sollte die Podiumsdiskussion herausstellen, welche Bedeutung die Sprache für unseren Alltag hat, welche Rolle sie in der Kommunikation einnimmt und wie wir mit ihr umgehen. Es war die erste gemeinsame Veranstaltung der drei Verbände dieser Art.

Eingangs schilderten die drei Vertreter der Verbände in der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt ihre Standpunkte aus drei verschiedenen, aber miteinander doch verflochtenen Blickwinkeln: rhetorisch (VRdS), kommunikativ (DPRG) und gesellschaftlich (VDS). In der Lokalausgabe Lutherstadt Wittenberg der Mitteldeutschen Zeitung wurde am 26. November 2011 unter der Überschrift »Deutsch in Gefahr« ausführlich berichtet. Das Regionalfernsehen RBW sendete am 2. Dezember 2011 einen Bericht über die Podiumsdiskussion. Der Beitrag kann auch im Netz unter rbwonline.de angeschaut werden.  Auch im »medienkuss«, dem Journal des Deutschen Journalistenverbandes - Landesverband Sachsen-Anhalt, erschien ein ganzseitiger Beitrag über diese Veranstaltung.

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15. Oktober 2011: Verleihung des Kulturpreises deutsche Sprache in Kassel

Jacob-Grimm-Preisträgerin Nora Gomringer begeisterte mit Poetry Slam das Publikum

Gruppenfoto vor dem Kongress Palais Kassel, Austragungsort der Preisverleihung (Foto: Jörg Bönisch)

Der mit 30.000 Euro dotierte Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache für das Jahr 2011 ging an Nora Gomringer (Bildmitte, 5.v.l.). Sie erhielt den Preis für ihre sprachliche Leistung als Lyrikerin, die einer neuen Form des Dichtens in Deutschland zur Popularität verhalf – der „Slam Poetry“. Den mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis Deutsche Sprache erhielt der Siegener Philosoph Dieter Schönecker (2.v.l.) für seine Verdienste um die Wissenschaftssprache Deutsch. Professor Schönecker gründete 2006 das Zentrum für Kommentarische Interpretationen zu Kant (ZetKIK). Es widmet sich der Analyse von Themen und Texten der Philosophie Kants. Der undotierte Institutionenpreis Deutsche Sprache wurde der Deutschlandstiftung Integration für ihre Initiative „Ich spreche Deutsch“ verliehen. Die Stiftung wurde durch Wolfgang Fürstner und Ferry Pausch, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Siftung (8. und 9.v.l.), vertreten. Der Name der Initiative ist ihr Programm: sie möchte bewirken, dass Menschen mit Migrationshintergrund, die dauerhaft in Deutschland leben und arbeiten, die deutsche Sprache beherrschen.

Im Frühjahr hatte die Jury des Kulturpreises Deutsche Sprache dazu aufgerufen, ihr Vorschläge für eine Entsprechung für „Poetry Slam“ zuzusenden. Mehr als 400 Vorschläge bewiesen Einfallsreichtum und Sprachbewusstsein wie Wortbewerb, Dichtfest oder Lyrikgipfel. Überzeugt hat am Ende das Wort Lyrelei. Den Juroren ging es um eine originelle und treffende Entsprechung, nicht um einen durchsetzungsfähigen Ersatz. Diesen könne es gar nicht geben, denn die internationale Gemeinschaft identifiziert sich mit dem Begriff „Poetry Slam“ und würde keinen Ersatz zulassen. Die Kreativität im Umgang mit Sprache habe im Mittelpunkt der Suche gestanden, wie es ja auch beim „Poetry Slam“ der Fall sei, erklärte die Jury. Das Preisgeld von 500 Euro geht an Miriam Lehmann aus Leipzig für Lyrelei.

Der Kulturpreis Deutsche Sprache wurde in diesem Jahr zum elften Mal von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache vergeben. Zu seinen bisherigen Trägern gehören u. a. Udo Lindenberg, Cornelia Funke, Frank Schirrmacher, Günter de Bruyn, Paul Kirchhof und Vicco von Bülow alias Loriot.

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Personen auf dem Foto (v.l.n.r.): Prof. Dr. Walter Krämer, Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache, Prof. Dr. Dieter Schönecker, Preisträger des Initiativpreises Deutsche Sprache, Prof. Dr. Peter Klein, Jury für den Kulturpreis Deutsche Sprache, Felicitas Schöck, Eberhard-Schöck-Stiftung, Nora-Eugenie Gomringer, Preisträgerin des Jacob-Grimm-Preises Deutsche Sprache, Bertram Hilgen, Oberbürgermeister der Stadt Kassel, Prof. Dr. Helmut Glück, Sprecher der Jury des Kulturpreises Deutsche Sprache, Wolfgang Fürstner und Ferry Pausch, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Deutschlandstiftung Integration, Eberhard Schöck, Vorstandsvorsitzender der Eberhard-Schöck-Stiftung


 

6. Oktober 2011: Mitgliederversammlung beschließt in Magdeburg Zusammenschluss zur Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt

Regionalgruppen 06 und 39 fusionieren • Dr. Henry Matthies wurde zu weiterem stellvertretenden Regionalleiter gewählt

Jörg Bönisch, Dr. Henry Matthies, Petra Hübschmann, Arne-Grit Gerold (v.l.n.r., Foto: Wolfgang Müller-Bönisch)

Bei der gemeinsamen Mitgliederversammlung der Vereinsfreunde der PLZ-Regionen 06 und 39 am 6. Oktober im Magdeburger Diamant-Brauhaus wurde gemäß Paragraf 9 der Vereinssatzung einstimmig der Zusammenschluss der beiden Regionalgruppen zur »Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt« beschlossen. So soll die Vereinsarbeit im Norden Sachsen-Anhalts intensiviert und auf das ganze Land ausgedehnt werden. Um die Interessen der bisherigen Regionalgruppe (RG) 39 gleichberechtigt zu vertreten, wurde auf der Mitgliederversammlung ein weiterer stellvertretender Regionalleiter aus den Reihen der Vereinsmitglieder der bisherigen RG 39 gewählt. Dr. Henry Matthies erklärte sich bereit, dieses Ehrenamt zu übernehmen und wurde bei der anschließenden Abstimmung einstimmig zum stellvertretenden Leiter der Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt gewählt. Damit konnte Petra Hübschmann, seit Juni dieses Jahres kommissarische Leiterin für das nördliche Sachsen-Anhalt, entlastet werden. Gerold dankte ihr für die bisher geleistete Tätigkeit und wünschte Matthies viel Erfolg.

Damit besteht die Leitung der Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt des Vereins Deutsche Sprache aus der bisherigen Regionalleiterin Dipl.-Formgestalter Arne-Grit Gerold, Halle (Saale), mit ihren beiden Stellvertretern Dipl.-Ing. Jörg Bönisch, Halle (Saale), und Dr. Henry Matthies, Magdeburg.

Lesen Sie auch die Presse-Information 10/2011 in der Rubrik Presse. Die während der Mitgliederversammlung gezeigte Präsentation finden Sie hier.

 

    

Arne-Grit Gerold, Robert Stephan, Wolfgang Müller-Bönisch, Bettina Schwarz, Dr. Axel Genz, Josef Fassl (linke Reihe v.l.n.r.) • Dr. Detlef Klauck, Dieter H. Michel, Monika Simons, Hans-Heiner Schulze, Dr. Charlotte Gersbacher, Petra Hübschmann (rechte Reihe v.l.n.r.) • Jörg Bönisch (Fotos: Jörg Bönisch (3), Wolfgang Müller-Bönisch (1))


 

»Die Gedanken sind frei« wurde am 30. September 2011 auf der Wartburg zum schönsten deutschen Volkslied gekürt

Vom 12. bis 29. September konnten Zuschauer des MDR Fernsehens, Hörer von MDR Figaro und Nutzer der MDR-Netzseiten abstimmen sowie eigene Vorschläge unterbreiten

Die Wartburg: Ehemals Austragungsort des Sängerkrieges, fand hier nun die Suche nach dem schönsten deutschen Volkslied ihren Abschluss (Foto: Jörg Bönisch)

Die Zuschauer und Hörer des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) haben entschieden: »Die Gedanken sind frei« ist das schönste deutsche Volkslied. Über zwei Wochen konnte telefonisch oder im Netz auf den Seiten des MDR abgestimmt werden. „Die Wahl zeigt den Wert, den die Freiheit beim Publikum in Mitteldeutschland genießt und dass es sich beim deutschen Volkslied nach wie vor um ein hohes Gut handelt”, meint MDR-Hörfunkdirektor Johann Michael Möller. MDR Fernsehen und MDR Figaro stellten 20 Volkslieder zur Wahl, es konnten aber auch eigene Vorschläge eingereicht werden. Tausende Zuschauer, Hörer und Internetnutzer beteiligten sich an der Abstimmung. Auf die Plätze zwei und drei wurden »Der Mond ist aufgegangen« und »Im schönsten Wiesengrunde« gewählt. Es folgen »Kein schöner Land«, »Ännchen von Tharau« und »Am Brunnen vor dem Tore«.

Der MDR kommt zu dem Ergebnis, dass das Volkslied noch nicht in Vergessenheit geraten sei. Neben der regen Beteiligung an der Abstimmung der vorgegebenen Lieder belegten dies die zahlreichen Vorschläge für das schönste deutsche Volkslied. Unter den 171 Publikumseinsendungen waren die Favoriten das »Heidenröslein«, »Bunt sind schon die Wälder«, »O Täler weit, o Höhen« und »Hoch auf dem gelben Wagen«.

 

 

MDR-Moderatoren Katrin Huß und Thomas Bille verkündeten gemeinsam die Gewinner der Aktion • Mitglieder des MDR Rundfunkchores sangen zahlreiche Volkslieder unter der Leitung von Robert Blank (Fotos: MDR/Marco Prosch)

Mit dieser Aktion ist der MDR auf dem rechten Weg, denn im Sommer hatte der VDS in Leipzig gegen die Benachteiligung deutschsprachiger Musik protestiert. Vorstandsmitglied Heiner Schäferhoff und der Dresdner Regionalleiter Peter Jaensch riefen Anfang Juli zu einer Demonstration »Mehr Deutsch im Radio« vor das MDR-Hochhaus in der Leipziger Innenstadt auf und überreichten dort eine Protestnote (Meldung im Archiv). Als wenn dies heilende Wirkung zeigt, wartet der MDR nun mit dieser erstaunenswerten Aktion auf, mit der die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt einen wertvollen Beitrag gegen das Vergessen von Liedgut vergangener Zeiten leistet.

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Alle Informationen über die Aktion gibt es auf den Netzseiten des MDR.


 

10. September 2011: Der elfte Tag der deutschen Sprache beim zweiten Fontänefest auf der Ziegelwiese

Die Freunde der Fontäne Halle luden zu »Theater und Musik an der Fontäne« ein • Picknick des Vereins Deutsche Sprache beim Fontänefest 2011 auf der Peißnitz-Insel in Halle (Saale)

Die Fontäne auf der Ziegelwiese und der gut besuchte VDS-Stand (Fotos: Jörg Bönisch)

Alle VDS-Mitglieder, Freunde der deutschen Sprache und am Verein Interessierten waren herzlich eingeladen, den diesjährigen Tag der deutschen Sprache gemeinsam mit den Freunden der Fontäne Halle beim Fontänefest 2011 »Theater und Musik an der Fontäne« auf der Ziegelwiese zu begehen.

Arne-Grit Gerold, ehrenamtliche Leiterin der Regionalgruppe 06 des VDS, und ihr Vertreter, Jörg Bönisch, waren von 14 bis 19 Uhr mit einem Informationsstand auf der Ziegelwiese in Halle (Saale). Gerold zu den Beweggründen: „Wir möchten ins Gespräch kommen, denn mit unserem Verein gibt es eine Sprachgemeinschaft, die der deutschen Sprache wieder zu der ihr zukommenden Bedeutung und Wertschätzung verhelfen und das Interesse an Sprachentwicklung wecken will. Es gibt keine weitere Bürgerbewegung, die so engagiert für die deutsche Sprache eintritt. Wir wollen dafür sorgen, dass über die deutsche Sprache gesprochen und diskutiert wird.“

Rund 140 Interessierte kamen zum Stand, um sich über unseren Verein und unsere ehrenamtliche Tätigkeit zu informieren. Der überwiegende Teil der Besucher war unseren Vereinszielen gegenüber sehr aufgeschlossen und ermunterte uns, engagiert weiterzumachen. Einige kamen gezielt zu uns, da sie vorher aus der Zeitung beziehungsweise im Radio (MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt) erfahren hatten, dass wir beim Fontänefest zu finden sind. In zahlreichen Fragen ging es ganz konkret um die Regionalarbeit und welche Zielrichtung wir dabei verfolgen. Alle Standbesucher wurden reichlich mit Informationsmaterial, Visitenkarten und Werbegeschenken versorgt. Mit einigen gab es sehr intensive Gespräche, andere wollten sich nach Durchsicht der überreichten Unterlagen überlegen, in unseren Verein einzutreten. Ganz besonders freuten wir uns, dass auch zahlreiche Vereinsmitglieder den Weg auf die Ziegelwiese gefunden haben, um mit uns ins Gespräch zu kommen.

Der Tag der deutschen Sprache wurde in diesem Jahr zum elften Mal begangen. Die Mitglieder des VDS nutzen diesen Tag, um der deutschen Sprache zu mehr Ansehen zu verhelfen. Sie erinnern daran, dass die deutsche Sprache ein wichtiges Bindeglied in unserer Gesellschaft ist, für das sich die Sprachgemeinschaft mehr einsetzen sollte. „Wir wollen deutlich machen, dass Internationalität beziehungsweise internationale Bedeutsamkeit und das Bekenntnis zur deutschen Muttersprache kein Widerspruch sind“, betont Gerold. „Sprachpflege und Sprachentwicklung sind uns dabei genauso wichtig, wie die Schärfung des Bewusstseins, Fremdwörter verantwortungsvoll einzusetzen, sich mündlich und schriftlich verständlich auszudrücken.“

Dr. Karin Scherf, Redakteurin bei MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt, hat im Vorfeld des Tages der deutschen Sprache mit Jörg Bönisch ein Interview im Studio aufgezeichnet, welches am 8. September gesendet wurde. Die Magdeburger Volksstimme berichtet in ihrer Ausgabe vom 10. September 2011 auf Seite 3 ausführlich über den VDS und den Tag der deutschen Sprache.

Die Freunde der Fontäne Halle sind eine Gruppe von Bürgern, die sich der Erhaltung der Fontäne im Teich der Ziegelwiese verschrieben haben. Weitere Informationen unter www.fontaene-halle.de.


 

9. September 2011: Festspiel der deutschen Sprache im Goethe-Theater Bad Lauchstädt

Deckblatt des diesjährigen Programmhefts

Operndiva und VDS-Mitglied Prof. Edda Moser lud zum fünften Mal zum Festspiel der deutschen Sprache in das historische Goethe-Theater nach Bad Lauchstädt ein. Und sie kamen alle, die mehr oder weniger bekannten Prominenten, wie auch die zahlreichen Gäste. Darunter waren Bundesaußenminister a. D. Hans-Dietrich Genscher, Altministerpräsident Prof. Wolfgang Böhmer, die ehemalige Regierungssprecherin Dr. Monika Zimmermann, Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff – Schirmherr der Veranstaltung –, Regierungssprecher Dr. Franz Kadell sowie MDR-Intendant Prof. Udo Reiter und hunderte Sprachfreunde. Die Zuschauer wurden im ausverkauften Haus mit einer szenischen Lesung für sieben Schauspieler „Faust – der Tragödie erster Teil“, in der Fassung des 1949 in Halle an der Saale geborenen Film- und Fernsehregisseurs Michael Knof, bgeistert.

Unter der künstlerischen Leitung von Edda Moser wurde großes Theater geboten und das Publikum dankte es den Schauspielern mit tosendem Applaus. Die Besetzungsliste wartete mit der Crème de la Crème der deutschen Schauspielkunst auf: Als Faust und Mephistopheles brillierten Burghardt Klaußner und Ulrich Matthes. Katharina Thalbach überzeugte als Marthe Schwerdtlein, Hexe, Lieschen, die Schöne und die Alte. Pauline Knof schlüpfte in die Rolle der Margarethe. Ernst Jacobi gab den Herrgott und Wagner, Markus Meyer den Schüler und Valentin, Hans Stetter verkörperte Zueignung und Geist. Da die Eintrittskarten bereits Monate vorher ausverkauft waren, wurde die Aufführung, wie bereits im Vorjahr, auf eine große Bildwand vor dem Goethe-Theater übertragen.

Feierlich eröffnete Edda Moser das Festspiel mit den Worten: „Hoch verehrter Herr Geheimrat von Goethe, nehmen Sie Platz in Ihrem roten Regiesessel und lassen Sie uns teilhaben an Ihren Gedanken, in der Hoffnung, dass wir diese zu fassen wissen. Das Heimweh nach sich selbst, als man zum ersten Mal den Faust auf harter Schulbank mühselig las, die Neugier des maliziösen Mephisto, des wutschnaubenden Faust, des unternehmungslustigen Gottes erahnend, mag heute neu erwachen und uns auf den Knien unseres Herzens sich Ihnen zu Füßen legen und lauschend das Wunder dieser herrlichen Sprache zu erleben.“

Burghardt Klaußner im Interview mit dem MDR-Fernsehen: „Es gibt so unendlich viel interessantes Material in diesem Stück Faust, was ganz unmittelbar mit heutigen Verhältnissen zu tun hat. Oder sagen wir, mit Verhältnissen, wie sie immer waren und wohl immer sein werden. Nämlich mit Liebespein und Liebekummer, mit Forscherdrang und Übermut, mit Selbstmordgedanken und mit Tod, mit Religion und Eigenständigkeit. Und das Tolle an dem Stück, wie ich es jetzt durch dieses Lesen erfahren habe, ist, wie es vorwegnimmt die Industrialisierung, insofern als der Faust sagt, ich muss mit der Natur irgendwie eins werden, ich will die haben.“

Es war ein gelungenes Programm am Vorabend zum Tag der deutschen Sprache, der am darauf folgenden Tag bei herrlichstem Spätsommerwetter in Halle auf der Ziegelwiese an der Fontäne begangen wurde.


 

3./4. Juni 2011: Bundesdelegiertenversammlung des Vereins Deutsche Sprache in Merseburg

Rund 150 Delegierte und Gäste kamen nach Merseburg • Stadt Merseburg als korporatives Mitglied in Verein Deutsche Sprache aufgenommen

Das Ständehaus in Merseburg bot einen ehrwürdigen Rahmen für die Bundesdelegiertenversammlung (Fotos (3): Jörg Bönisch)

Für zwei Tage war Deutschlands größter Sprach- und Kulturverein, der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS), in Merseburg zu Gast. Mitglieder und Delegierte des VDS aus der ganzen Welt kamen am 3. und 4. Juni 2011 zu ihrer Delegiertenversammlung im Merseburger Ständehaus zusammen. Hier legten sie, stellvertretend für fast 34.000 Vereinsmitglieder, die inhaltlichen Leitlinien des VDS fest und zogen Bilanz über das vergangene Jahr. Da sich zahlreiche sprachgeschichtliche Wurzeln in der mitteldeutschen Region befinden, gab es genügend thematische Anknüpfungspunkte, dieses Großereignis des Vereins hier durchzuführen. Stellvertretend seien die Merseburger Zaubersprüche genannt, die als ältestes deutschsprachiges Schriftdenkmal mit heidnischem Inhalt einen unmittelbaren Bezug zum Austragungsort haben. So setzte sich die hallesche Regionalgruppe unter Leitung von Arne Grit-Gerold und Jörg Bönisch dafür ein, Gastgeber der diesjährigen Delegiertenversammlung zu sein. Sie regten auch an, dass die Stadt Merseburg in den Verein Deutsche Sprache als korporatives Mitglied eintritt. Während der öffentlichen Eröffnungsveranstaltung am 3. Juni 2011 überreichte der Vereinsvorsitzende Prof. Walter Krämer (im Foto unten links) dem Merseburger Kulturamtleiter Michael George (im Foto unten rechts) eine Urkunde, welche der Stadt die Vereinszugehörigkeit bescheinigt.

Die Delegiertenversammlung löste ein breites regionales und überregionales Medienecho aus. Besonders gelungen war eine ganzseitige Berichterstattung in der Mitteldeutschen Zeitung Merseburg-Querfurt vom 4. Juni, deren Text unter mz-web.de veröffentlich wurde. Auch die Nachrichtenagentur dapd, Deutschlandradio Kultur, der MDR Hörfunk und zahlreiche Nachrichtenportale im Internet berichteten in diesem Zusammenhang über den VDS.

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Im Merseburger Ständehaus (linkes Foto) wurde die Mitgliedschaft der Stadt urkundlich besiegelt (rechtes Foto) 

 


 

7. April 2011: Mitgliederversammlung der Regionalgruppe 06

Am 7. April trafen sich die Vereinsmitglieder der Regionalgruppe 06 zur ersten Mitgliederversammlung des Jahres 2011 im Gasthof »Goldenes Herz« in Halle (Saale) • Zahlreiche Themen standen auf der Tagesordnung

Staffelstabübergabe in der Regionalgruppe 06: Gerald Prüter (l.) gibt die Funktion des stellvertretenden Regionalleiters an Jörg Bönisch (m.) ab. Hier mit der Regionalleiterin Arne-Grit Gerold (r.), Foto: Wolfgang Müller-Bönisch

Thematischer Schwerpunkt war der Stand der Vorbereitungen für die Bundesdelegiertenversammlung des VDS, die vom 3. bis 5. Juni in Merseburg im Ständehaus stattfindet. Gerald Prüter (links im Bild) bat darum, ihn aus persönlichen Gründen von der Verpflichtung des stellvertretenden Regionalleiters zu entbinden. Einstimmig neugewählt wurde in diese Funktion Jörg Bönisch (Bildmitte). Arne-Grit Gerold (rechts im Bild), Leiterin der Regionalgruppe, bedankte sich bei Prüter für die ehrenamtlich geleistete Arbeit und wünschte Bönisch viel Erfolg. Weiter konnte das bei der Mitgliederversammlung am 21. Oktober 2010 vorgestellte Strategiepapier für die künftige inhaltliche Ausrichtung der Vereinsarbeit der Regionalgruppe beschlossen werden. Daran anknüpfend gab es einen Ideenaustausch über die weiteren Aufgaben und Veranstaltungen. So wurden Vorschläge erarbeitet, wie die Regionalarbeit intensiviert und der regionale Netzauftritt weiterentwickelt sowie die Aufgaben auf breiteren Schultern verteilet werden können.

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26. März 2011: »Übersetzt du noch oder verstehst du schon?« - Vortrag von Dr. Bernd M. Samland, Geschäftsführer der Markenagentur Endmark, in Köthen (Anhalt)

Vorstellung der Studien zur Verständlichkeit englischer Werbesprüche führt zu überraschenden Ergebnissen • Gleichnamiges Buch im Herder-Verlag erschienen

Abbildung: Das Buch ist im Herder-Verlag erschienen, ISBN 978-3-451-30417-0

Auf Einladung der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft zu Köthen/Anhalt e.V. - Vereinigung zur Pflege der deutschen Sprache - versuchte Dr. Bernd M. Samland das Wirrwarr zahlreicher englischsprachiger Werbesprüche, sogenannter Slogans, im Veranstaltungszentrum Schloss Köthen (Anhalt) zu entflechten. Dr. Samland ist Geschäftsführer der Endmark GmbH (Köln), einer Agentur für Benennungsmarketing. Diese Agentur hat in den vergangenen Jahren mehrfach Studien zur Verständlichkeit englischer Werbesprüche durchgeführt und ist dabei zu überraschenden, ja teilweise schon erschreckenden Ergebnissen gelangt. Im Herder-Verlag ist das gleichnamige Buch erschienen.

 

Fotos: Jörg Bönisch

In seinem Vortrag stellte der Autor des Buches »Übersetzt du noch oder verstehst du schon?« vor rund 100 Gästen im Anna-Magdalena-Bach-Saal Werbestrategien und -sprüche zumeist großer Konzerne vor. Die, als Produzenten in unserer globalen Welt, natürlich in Deutschland auf Englisch werben! Was die gleichen Hersteller in Frankreich nicht tun dürfen oder in Ungarn nie tun würden. Andererseits scheint es die verantwortlichen Werbestrategen überhaupt nicht zu interessieren, dass repräsentative Endmark-Umfragen aus den Jahren 2003, 2006 und 2009 immer zu dem gleichen Ergebnis kommen: Über zwei Drittel der deutschen Verbraucher verstehen die englischen Werbebotschaften nicht oder interpretieren sie falsch. Nur durchschnittlich 28 Prozent mehrerer Tausend deutscher Muttersprachler zwischen 14 und 49 Jahren, die in Hamburg, Köln, Leipzig und München befragt wurden, konnten die Werbesprüche sinngemäß übersetzen. Und so fragt man sich, warum für Werbung Unmengen von Geld ausgegeben werden, wenn die Botschaften beim Kunden nicht oder falsch ankommen. Die dem Vortrag folgende Diskussion ergab: Das ist nicht nur aus sprachpflegerischer Sicht, sondern auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Katastrophe.

Hier zeigt sich einmal mehr die Allmacht des Konsums. Dabei ist unsere deutsche Muttersprache mehr als nur ein Mittel der Verständigung, doch in den sprachlichen Niederungen der bunten Werbewelt ist sie nicht mal mehr das. Ganz zu schweigen von dem Anspruch, dass die Erhaltung und kreative Weiterentwicklung der deutschen Sprache das größte und wichtigste nationale Kulturprojekt Deutschlands ist. Sie ist das kostbarste Kulturgut, das Medium des Zusammenhalts einer Nation und ihrer Identität (siehe auch Beitrag über »Kulturelle Identität im Zeitalter der Globalisierung«). Dass das nicht nur eine Gelehrtenmeinung ist, belegt eine von der Zeitschrift »Reader’s Digest« für die Märzausgabe beim Meinungsforschungsinstitut »Emnid« beauftragte repräsentative Umfrage. Demnach erklärten 43 Prozent der Befragten die gemeinsame Sprache zum prägendsten Element der nationalen Identität.


 

11. März 2011: Rund 60 Gäste diskutierten über »Kulturelle Identität im Zeitalter der Globalisierung« in den Franckeschen Stiftungen zu Halle

Der Verein Deutsche Sprache e.V., die Galerie KunstLandschaft und der GalerieVerlag Mitteldeutschland luden am 11. März 2011 zu einer Veranstaltung aus der Reihe »Kultur und Zeitgeschehen« ein.

Robert Stephan, Inhaber der Galerie KunstLandschaft, Arne-Grit Gerold, Inhaberin des GalerieVerlages Mitteldeutschland sowie Regionalleiterin der Regionalgruppe 06 des Vereins Deutsche Sprache e.V., und Professor Johannes Heinrichs im Freylinghausen-Saal der Franckeschen Stiftungen zu Halle (Foto: Jörg Bönisch)

Am 11. März erläuterte der Philosoph Prof. Johannes Heinrichs als Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Vereins Deutsche Sprache e.V. (VDS) in den Franckeschen Stiftungen zu Halle seine Gedanken zur kulturellen Identität und künftigen Demokratieentwicklung. Er stellte dabei deutlich heraus, dass die Erhaltung und kreative Weiterentwicklung der deutschen Sprache das größte und wichtigste nationale Kulturprojekt Deutschlands ist. Sie ist das kostbarste Kulturgut, das Medium des Zusammenhalts einer Nation und ihrer Identität.

„Bei der Aufgabe der Sprachpflege für unsere Muttersprache - wie für alle gewachsenen Muttersprachen - handelt es sich nicht um eine fachphilologische Aufgabe im Sinne der Pflege eines Denkmals, sondern um eine ausgesprochen sprachpolitische Aufgabe, um den erstrangigen Teil aller Kulturpolitik“, so Prof. Heinrichs. Dabei ist die berechtigte Abwehr unnötiger modischer Wortanleihen nur die Arbeit an den Symptomen. Aus dieser Erkenntnis ergründete Prof. Heinrichs die kulturellen und kulturpolitischen Ursachen für die sprachliche Hörigkeit und entwickelte daraus Leitlinien der kulturellen Identität, die er in eine grundlegende Demokratiediskussion einbindet.

Nach seinem Impulsreferat diskutierte Prof. Heinrichs mit den Gästen über seine Thesen zur kulturellen Identität in unserer modernen Gesellschaft. Moderiert wurde die Veranstaltung von Robert Stephan, Inhaber der Galerie KunstLandschaft in Halle (Saale) und Mitglied im VDS.

Einen ausführlichen Bericht (mit Fotos) über die Veranstaltung in den Franckeschen Stiftungen finden Sie hier.

Die dazugehörige Presse-Information 04/2011 vom 14. März 2011 finden Sie in der Rubrik »Presse« oder können Sie hier herunterladen.


Die Chronik der Vereinsarbeit der VDS-Regionalgruppe

Titelblatt der Vereinschronik

(aktualisiert am 16.01.2012) Mit dieser Chronik möchten wir einen Überblick geben, wie sich die Vereinsarbeit in der Region in den zurückliegenden Jahren entwickelt hat.

Die Vereinsmitglieder unserer Regionalgruppe treten ehrenamtlich für die Ziele des Vereins ein. Dabei bauen wir auf die Ausdruckskraft der deutschen Sprache und widersetzen uns der zunehmenden Anglisierung. Unsere Arbeit basiert auf Anziehung, in dem wir Verbündete suchen. Uns geht es weniger um Kritik von sprachlichen Fehlleistungen. Dennoch ist in Einzelfällen eine streitbare Beteiligung an der öffentlichen Diskussion nicht zu umgehen. Auch dafür gibt es in dieser Chronik einige Beispiele.

Wir konzentrieren uns inhaltlich auf die Bereiche Sprachpolitik und deutsche Sprache als kulturelle Identität. Wir wollen deutlich machen, dass Internationalität bzw. internationale Bedeutung und das Bekenntnis zur deutschen Muttersprache (= kulturelle Identität) kein Widerspruch sind. Zu diesen Themen bieten wir Veranstaltungen, wie Gesprächs- und Diskussionsforen oder Podiumsdiskussionen an. Darüber hinaus wollen wir offizielle Erklärungen und Standpunkte entwickeln, mit denen wir uns als Partner an die Landes- und Kommunalpolitik, die Verwaltungen, Firmen, Hochschulen und Institutionen vor Ort wenden. 

Mit in loser Folge erscheinenden Info-Briefen halten wir die Vereinsmitglieder und interessierte Sprachfreunde über die aktuellen Geschehnisse informiert. Anlassbezogen werden Presse-Informationen herausgegeben, um die Öffentlichkeit über den Verein, sein Wirken und seine Veranstaltungen zu informieren oder um sich zu aktuellen Entwicklungen öffentlich zu positionieren. Wichtigstes und aktuellstes Informationsmedium bleibt dieser regionale Netzauftritt.

Die Chronik kann hier heruntergeladen werden.


 

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