Verein Deutsche Sprache e.V.

in Sachsen-Anhalt
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Verein Deutsche Sprache

Herzlich willkommen auf den Netzseiten der Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt 

Frühlingserwachen im Gartenreich Dessau-Wörlitz (Foto: Jörg Bönisch)


 

 

Mawoussé Tsogbé

VDS-Regionalleiter in Togo

bei der Delegiertenversammlung des Vereins Deutsche Sprache am 4. Juni 2011 in Merseburg:

„Ich komme aus Togo und trinke gerne Kaffee. Aber ich mag keinen Coffee to go!”

Foto: Jörg Bönisch

          

  


  

15./16. Juni 2012: Bundesdelegiertenversammlung des Vereins Deutsche Sprache in Lübeck

Jörg Bönisch kandidiert für die Wahl in den Vorstand

Das Holstentor in Lübeck (Foto: Jörg Bönisch)

Im Juni dieses Jahres ist Deutschlands größter Sprach- und Kulturverein, der Verein Deutsche Sprache e. V. (VDS), in Lübeck zu Gast. Rund 200 Mitglieder und Delegierte des VDS aus der ganzen Welt kommen am 15. und 16. Juni zu ihrer Delegiertenversammlung im Rathaus der Hansestadt zusammen. Sie wählen einen neuen Vorstand und legen, stellvertretend für rund 35.000 Vereinsmitglieder, die inhaltlichen Leitlinien des VDS fest und ziehen Bilanz über das vergangene Jahr. Die Delegiertenversammlung des Jahres 2011 wurde von der Regionalgruppe 06 Halle (Saale) in Merseburg ausgerichtet.

In Lübeck kandidiert Jörg Bönisch, stellvertretender Regionalleiter der Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt, für die Wahl in den Bundesvorstand. Durch die Mitglieder der Regionalgruppe Sachsen-Anhalt wurde Bönisch ermuntert, sich für die anstehende Vorstandswahl aufstellen zu lassen, um so sein Wissen und seine Fertigkeiten in den Dienst des Vereins und der Pflege der deutschen Sprache zu stellen.

Jörg Bönisch bei der Podiumsdiskussion am 20. März 2012 in Halle (Foto: Wolfgang Müller-Bönisch)

Mit über 20-jähriger journalistischer Berufserfahrung veröffentlicht Bönisch Kommentare, Glossen und Berichte zu sprachlichen Themen sowie Fotos auf den Seiten dieses regionalen Netzauftritts und Artikel in den Sprachnachrichten. Darüber hinaus schreibt er Beiträge für das vierteljährlich erscheinende Verbandsmagazin „medienkuss“ des Landesverbandes Sachsen-Anhalt des Deutschen Journalistenverbandes. Unter der eigens eingerichteten Rubrik „Sprache“ stellt er sprachliche Sachverhalte in den Zusammenhang zur journalistischen Tätigkeit.

Seine guten persönlichen Kontakte zu den regionalen Medien sind auch für die öffentliche Wahrnehmung des Vereins vorteilhaft. So brachte die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) Merseburg/Querfurt beispielsweise in ihrer Ausgabe vom 4. Juni 2011 eine ganzseitige Berichterstattung über die VDS-Delegiertenversammlung im vergangenen Jahr in Merseburg. Aber auch der MDR-Hörfunk, Nachrichtenagenturen, die Volksstimme in Magdeburg, kostenlose Wochenblätter, Internetzeitungen und Nachrichtenportale berichteten über die Vereinsaktivitäten. Aufgrund einer Pressemitteilung der halleschen VDS-Regionalgruppe musste sich der damalige Intendant des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), Professor Udo Reiter, in einem Interview in der Freien Presse (Chemnitz) vom 18. Juni 2011 mit den Argumenten des VDS auseinandersetzen. Hierbei ging es um den vom VDS monierten geringen Anteil deutscher Musik in den Programmen des MDR und die mangelnde Qualität der Wortbeiträge, die oftmals eine verständliche Ausdrucksweise missen lassen. 


 

Wie ist es um unsere Muttersprache bestellt? - Der Versuch einer Bestandsaufnahme

Der Verein Deutsche Sprache stellte sich am 22. Mai im Haus der Demokratie Leipzig vor

 

Am 22. Mai 2012 trafen sich die benachbarten Regionalgruppen (RG) 04 (Leipzig) und 06/39 (Halle (Saale)/Magdeburg) des Vereins Deutsche Sprache e. V. (VDS) erstmals zu einer gemeinsamen Veranstaltung in Leipzig. Anlass war eine Einladung des Hauses der Demokratie Leipzig, welches im Rahmen seiner regelmäßigen Veranstaltungen den Raum bot, den Verein, seine Struktur, Maßnahmen und Aktionen vorzustellen. Neben den Leitungen der beiden Regionalgruppen und zahlreichen VDS-Mitgliedern erschien als Überraschungsgast Jörg Kapitän von der Regionalgruppe Berlin/Potsdam und Leiter der Arbeitsgruppe „Hauptversammlungen“ im VDS. Er nutzte die Gelegenheit, für sein Ansinnen zu werben und erläuterte die Aufgaben der von ihm geleiteten Arbeitsgruppe, sich auf Hauptversammlungen vor Vorständen und Aktionären für den deutschen Sprachgebrauch einzusetzen.  

Angelika Snicinski-Grimm, Leiterin der VDS-Regionalgruppe 04 Leipzig, Claudia Schrader, Haus der Demokratie Leipzig, Arne-Grit Gerold und Jörg Bönisch, VDS-Regionalgruppe 06/39 Halle (Saale)/Magdeburg (v.l.n.r., Foto: Wolfgang Müller-Bönisch) 

Arne-Grit Gerold (im Bild stehend), ehrenamtliche Leiterin der Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt und ihr Vertreter, Jörg Bönisch, versuchten am 22. Mai im Haus der Demokratie Leipzig mit 25 Gästen eine Bestandsaufnahme der aktuellen, teilweise bedenklichen sprachlichen Entwicklungen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Bildung und Medien – also in nahezu allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Sie zeigten auf, was der VDS unternimmt, diese mit vielfältigen Aktionen, Preisverleihungen, Veranstaltungen oder Veröffentlichungen zu beeinflussen. Dabei erläuterten sie die Tätigkeit und Struktur des Vereins, der Deutsch als eigenständige Kultursprache fördert und fordert, dass Deutsch als Kulturgut erhalten sowie als Mittel der Verständigung gepflegt wird. „Unsere Muttersprache verfügt über einen mannigfaltigen Wort-Schatz, den es zu behüten und vor allzu banalen angloamerikanischen Einflüssen wirksam zu schützen gilt. Das Erhalten und gleichzeitig kreative Weiterentwickeln unserer Muttersprache ist das größte und wichtigste nationale Kulturprojekt“, ist Bönisch überzeugt. „Wir sind der festen Meinung, dass es an einer ernsthaften gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit sprachlichen Fragen hapert. Und das, obwohl Sprache eine unersetzliche gesellschaftliche Ressource als Voraussetzung für Demokratie, kulturelle Kommunikation, Integration und Identität ist“, ergänzt Gerold.

Die aktuelle, zehnte Auflage des von Gerhard H. Junker im IFB Verlag Deutsche Sprache GmbH herausgegebenen Anglizismen-Index enthält rund 7.400 Anglizismen, die in der deutschen Allgemeinsprache belegbar verwendet werden. Damit setzt sich der seit Jahren zu beobachtende Trend der Durchsetzung der deutschen Sprache mit Anglizismen und deutsch-englischem Mischmasch unaufhaltsam fort: Jedes Jahr kommen rund 100 neue Begriffe hinzu. Eine Entwicklung, welcher sich die 35.000 Mitglieder des weltweit größten Sprach- und Kulturvereins, des VDS, widersetzen. „Mit uns gibt es eine Sprachgemeinschaft, die der deutschen Sprache wieder zu Wertschätzung verhelfen und das Interesse an Sprachentwicklung wecken will. Dabei sind wir uns durchaus bewusst, dass Sprache ein Ausdruck der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung ist und Veränderungen unterliegt. Wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass diese nicht von allein kommen, sondern durch die, die sie gebrauchen“, betont Gerold.


 

VDS-Mitglieder aus Sachsen-Anhalt trafen sich am 17. April 2012 zum Erfahrungsaustausch in Köthen

Vereinsmitglieder informierten sich über die Tätigkeit der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft zu Köthen/Anhalt e. V. und berieten über die eigenen künftigen Aufgaben

Professor Dr. Uta Seewald-Heeg erläutert die Tätigkeit ihres Vereins (Foto: Jörg Bönisch)

Am 17. April 2012 fand nach dem am 6. Oktober 2011 in Magdeburg erfolgten Zusammenschluss der beiden Regionalgruppen 06 (südliches Sachsen-Anhalt) und 39 (nördliches Sachsen-Anhalt) in Köthen/Anhalt die erste gemeinsame Mitgliederversammlung der Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt des Vereins Deutsche Sprache e. V. (VDS) statt.

Als Gastreferentin erläuterte Professor Dr. Uta Seewald-Heeg, Erste Vorsitzende des Vorstandes der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft zu Köthen/Anhalt e. V., den Sprachfreunden die Aufgaben, Zielsetzungen und Aktivitäten dieses gemeinnützigen Vereins. Die Vereinigung zur Pflege der deutschen Sprache wurde am 18. Januar 2007 gegründet. Sie steht in der sprachpflegerischen Tradition der historischen Fruchtbringenden Gesellschaft des 17. Jahrhunderts. Ihr Zweck ist es, die deutsche Sprache als Amts-, Kultur-, Landes- und Wissenschaftssprache zu erhalten, zu pflegen, zu schützen und weiterzuentwickeln.

Im zweiten Teil der Mitgliederversammlung wurde die weitere inhaltliche Ausgestaltung der Vereinsarbeit des VDS in Sachsen-Anhalt diskutiert. Schwerpunkte sind die Gewinnung weiterer Vereinsmitglieder und der Tag der deutschen Sprache am 8. September. Dieser steht in diesem Jahr unter dem Motto »Volkslied und Singen«, denn für den VDS gehören Sprache und Musik untrennbar zusammen. Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Beteiligung der Delegierten aus Sachsen-Anhalt bei der Bundesdelegiertenversammlung des VDS am 15. und 16. Juni dieses Jahres in der Hansestadt Lübeck. Hier kandidiert Jörg Bönisch, stellvertretender Leiter der Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt, für die Wahl in den Vorstand des VDS, der seinen Sitz in Dortmund hat.

„Mit dem VDS gibt es eine Sprachgemeinschaft, die der deutschen Sprache als Bürgerbewegung und im Ehrenamt wieder zu Wertschätzung verhelfen und das Interesse an Sprachentwicklung wecken will. Unsere Muttersprache verfügt über einen mannigfaltigen Wort-Schatz, den es zu behüten und vor allzu banalen angloamerikanischen Einflüssen wirksam zu schützen gilt”, umriss Arne-Grit Gerold, Leiterin der VDS-Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt, die sprachpflegerischen Aufgaben.


 

Alles Wahre steht mit dem Wahren im Einklang*: Podiumsdiskussion »Sprache in der Politik und Politik in der Sprache« am 20. März 2012 in Halle (Saale)

Der Verein Deutsche Sprache e. V. lud zu einer Veranstaltung aus der Reihe »Kultur und Zeitgeschehen« in das Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle ein

Arne-Grit Gerold und Jörg Bönisch vom Verein Deutsche Sprache (4. und 5. von links) luden zur Podiumsdiskussion mit Prof. Günter Schenk, Dr. Karin Scherf, Dr. Vazrik Bazil und Dr. Bernd Wiegand  (v.l.n.r.) ins Mitteldeutsche Multimediazentrum Halle (Foto: Wolfgang Müller-Bönisch)

(aktualisiert am 6. April 2012) Ein Jahr nach den Landtagswahlen wurden in der Veranstaltungsreihe der Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt des Vereins Deutsche Sprache e. V. (VDS) »Kultur und Zeitgeschehen« die Fragen erörtert, welche Rolle die Sprache in der Politik spielt und welche Wirkungen die Politik auf die Sprache ausübt. Wissenschaftler, Politiker, Redenschreiber und Journalisten diskutierten mit 70 Gästen über Sprache als Voraussetzung für Demokratie, kulturelle Kommunikation und Integration sowie über ihren Gebrauch in Politik und Gesellschaft.

Das ernüchternde Ergebnis einer im November vergangenen Jahres vom Seminar Medienwissenschaft der Universität Koblenz und dem Verband der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) veröffentlichten Studie brachte ans Licht, dass das Bürgerbild der Politiker diffus bis widersprüchlich ist. Der Klang an sich wohl fein formulierter Politikersätze stellt sich bei genauem Hinhören nicht immer als schmeichelhaft heraus.

Das Datum für die Diskussionsrunde legten die Veranstalter nicht zufällig auf den 20. März: Vor einem Jahr waren die Bürger in Sachsen-Anhalt zur Wahl des 6. Landtages aufgerufen die Wahl. Im Vorfeld wurden an die 263 Listen- und Direktkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, Die Linken, FDP, Freien Wähler und SPD Wahlprüfsteine übersandt. Mit einer Rücklaufquote von 15 Prozent der ausgefüllten Fragebögen ergibt sich ein bedenkliches Bild (Presse-Information 02/2011). So haben beispielsweise 92 Prozent der in dieser Legislaturperiode im Ausschuss für Kultur und Bildung tätigen Abgeordneten die acht vom VDS gestellten sprachpolitischen Fragen NICHT beantwortet.

„Wir sind der Überzeugung, dass es an einer ernsthaften gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit sprachlichen Fragen hapert. Das mangelnde Interesse der verantwortlichen Landespolitiker, Abgeordneten und Journalisten an unseren Veranstaltungen und sprachpolitischen Themen bestärkt uns in dieser Wahrnehmung“, konstatiert Arne-Grit Gerold, Leiterin der Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt. Und das, obwohl Sprache eine unersetzliche gesellschaftliche Ressource als Voraussetzung für Demokratie, kulturelle Kommunikation, Integration und Identität ist. In Halle argumentierten und diskutierten Dr. Vazrik Bazil, Präsident des VRdS, Dr. Bernd Wiegand, Beigeordneter für Sicherheit, Gesundheit und Sport der Stadt Halle (Saale) und Mitglied im VDS, sowie Prof. Dr. Günter Schenk i.R., Philosoph und wissenschaftlicher Leiter der Hallischen Philosophischen Bibliothek. Moderiert wurde die Veranstaltung von Dr. Karin Scherf, Redakteurin bei MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt.

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* Martin Luthers Disputation über Joh. 1,14 »verbum caro factum est« aus dem Jahr 1539; Steffen Streiff, »Novis linguis loqui«, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, 1993


  

Am Anfang war das Wort: Podiumsdiskussion »Drei Verbände - Eine Sprache« am 24. November 2011 in der Lutherstadt Wittenberg

Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS), Verband der Redenschreiber deutsche Sprache (VRdS) und DPRG e.V. Berufsverband Öffentlichkeitsarbeit diskutierten über die rhetorische, kommunikative und gesellschaftliche Bedeutung unserer Muttersprache

Moderatorin Dagmar Röse mit Dr.Vazrik Bazil (VRdS), Manfred Piwinger (DPRG) und Oliver Baer (VDS), Foto: Jörg Bönisch

Wohlbedacht wählten der Verband der Redenschreiber Deutsche Sprache (VRdS), die Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG) und der Verein Deutsche Sprache (VDS) die ersten Worte aus dem Johannesevangelium als Überschrift für ihre Podiumsdiskussion Ende November in der Lutherstadt Wittenberg. »Am Anfang war das Wort« ist seit kurzem das Motto für die Lutherdekade und begleitet die Aktivitäten bis zum Reformationsjubiläum 2017. In der Tradition Luthers sollte die Podiumsdiskussion herausstellen, welche Bedeutung die Sprache für unseren Alltag hat, welche Rolle sie in der Kommunikation einnimmt und wie wir mit ihr umgehen. Es war die erste gemeinsame Veranstaltung der drei Verbände dieser Art.

Eingangs schilderten die drei Vertreter der Verbände in der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt ihre Standpunkte aus drei verschiedenen, aber miteinander doch verflochtenen Blickwinkeln: rhetorisch (VRdS), kommunikativ (DPRG) und gesellschaftlich (VDS). In der Lokalausgabe Lutherstadt Wittenberg der Mitteldeutschen Zeitung wurde am 26. November 2011 unter der Überschrift »Deutsch in Gefahr« ausführlich berichtet. Das Regionalfernsehen RBW sendete am 2. Dezember 2011 einen Bericht über die Podiumsdiskussion. Der Beitrag kann auch im Netz unter rbwonline.de angeschaut werden.  Auch im »medienkuss«, dem Journal des Deutschen Journalistenverbandes - Landesverband Sachsen-Anhalt, erschien ein ganzseitiger Beitrag über diese Veranstaltung.

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Tabuthema Analphabetismus in Deutschland

Alarmierend: Über sieben Millionen Menschen können nicht richtig lesen und schreiben

Analphabetismus und ungenügende Grundbildung müssen enttabuisiert und öffentlich diskutiert werden (Foto: Jörg Bönisch)

Eine Studie der Universität Hamburg bringt das wahre Ausmaß des Analphabetismus in Deutschland ans Licht: 7,5 Millionen Menschen, mehr als 14 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung, können nicht richtig lesen und schreiben. Das sind fast doppelt so viele, wie bisher mit etwa vier Millionen angenommen wurde. In Sachsen-Anhalt leben über 200.000 Menschen, die vom funktionalen Analphabetismus betroffen sind. Sie können zwar einzelne Sätze lesen oder schreiben, jedoch keine zusammenhängenden Texte. Zu den Analphabeten im engeren Sinne gehören über vier Prozent der Bevölkerung. Diese können lediglich einzelne Wörter lesend verstehen und schreiben. Für beide Gruppen ist eine würdige Teilnahme am gesellschaftlichen Leben nicht möglich. Sie stehen vor der schwierigen Herausforderung, alltägliche Situationen in unserer schriftgeprägten Welt zu meistern. Aus der Studie geht weiter hervor, dass über 13 Millionen der in Deutschland lebenden Erwachsenen die Rechtschreibung, wie sie bis zum Ende der Grundschulzeit unterrichtet wird, nicht beherrschen. Diese Personen würden das Lesen und Schreiben häufig vermeiden. Das macht einen Anteil von 25 Prozent an dieser Bevölkerungsgruppe aus.

Die alarmierenden Ergebnisse kommen einer Bankrotterklärung der deutschen Bildungspolitik gleich – in einer Pressemitteilung des Bundesbildungsministeriums spricht man von „fehlender ausreichender Grundbildung“. Ungeachtet dieser desaströsen Zustände werden Modellprojekte wie die frühkindliche zweisprachige Erziehung in Kindergärten, die Einführung der Grundschrift (bzw. Abschaffung der Schreibschrift) und Lesen durch Schreiben (bzw. schreib, wie du sprichst) unbeirrt fortgesetzt, obwohl sie umstritten sind. Statt dem Nachwuchs sprachliche Kompetenz mit bewährten erfolgreichen Lehrmethoden zu vermitteln, werden die Kinder zu Versuchskaninchen der inkonsistenten, föderalen Bildungspolitik. Aufbauend auf profunde Deutschkenntnisse mit einem breiten aktiven Wortschatz, ist es erfahrungsgemäß viel leichter, Fremdsprachen zu erlernen. Doch in den vergangenen zehn Jahren ist der während der ersten vier Schuljahre vermittelte Grundwortschatz von 1.100 Wörtern auf 700 gesunken, bestätigt Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. So beträgt der Anteil des Deutschunterrichts von der ersten bis zur zehnten Klasse nur 16 Prozent an den Wochenstunden und liegt damit weit unter den Werten des Muttersprachunterrichts in benachbarten europäischen Ländern. In den gymnasialen Klassenstufen liegt der Anteil des Deutschunterrichts oft bei nur drei Wochenstunden. Natürlich darf man nicht die ganze Schuld auf die Politiker und Lehrer schieben. Die Eltern haben eine ebensolche Verantwortung, die Sprachentwicklung ihrer Kinder zu fördern.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan und der damalige Präsident der Kultusministerkonferenz, Bernd Althusmann, haben im Dezember vergangenen Jahres eine gemeinsame nationale Strategie im Kampf gegen den Analphabetismus ins Leben gerufen und alle gesellschaftlichen Gruppen aufgefordert, sich dem Vorhaben anzuschließen. Mit einer öffentlichen Kampagne soll auf die ungenügende Grundbildung aufmerksam gemacht werden. Schavan stellt nüchtern fest: „Es gibt Analphabetismus in Deutschland in einer Größenordnung, die nicht mehr eine Nische darstellt.“ In einem ersten Schritt stellt der Bund für die Forschung und Entwicklung hin zur höheren Alphabetisierung und Grundbildung rund 20 Millionen Euro zur Verfügung. Weitere 35 Millionen Euro kommen aus dem Europäischen Sozialfonds. Als Startschuss für die Aktivitäten seitens des Landes Sachsen-Anhalt hat der Landesausschuss für Erwachsenenbildung in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium im November 2011 in Magdeburg eine Vortragsveranstaltung zu diesem Thema organisiert. Hier wurden die gesellschaftspolitische Brisanz der Situation und Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Geplant sind weitere Veranstaltungen, die dazu beitragen, erst einmal überhaupt auf funktionale Analphabeten aufmerksam zu werden. Zugleich sollen Alphabetisierungskurse gefördert werden, heißt es aus dem Magdeburger Kultusministerium. Hier galt dieses Phänomen nach eigenen Angaben viel zu lange als eines der südlichen Halbkugel, nicht der entwickelten Länder.

An der repräsentativen Level-One-Studie (leo) der Universität Hamburg nahmen über 8.000 Personen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren teil. Nach Angaben der Autorin der Studie, Prof. Dr. Anke Grotlüschen, liegen damit zum ersten Mal belastbare Zahlen über den Analphabetismus in Deutschland vor.

Zusammenfassung der leo-Studie: http://blogs.epb.uni-hamburg.de/leo


 

15. Oktober 2011: Verleihung des Kulturpreises deutsche Sprache in Kassel

Jacob-Grimm-Preisträgerin Nora Gomringer begeisterte mit Poetry Slam das Publikum

Gruppenfoto vor dem Kongress Palais Kassel, Austragungsort der Preisverleihung (Foto: Jörg Bönisch)

Der mit 30.000 Euro dotierte Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache für das Jahr 2011 ging an Nora Gomringer (Bildmitte, 5.v.l.). Sie erhielt den Preis für ihre sprachliche Leistung als Lyrikerin, die einer neuen Form des Dichtens in Deutschland zur Popularität verhalf – der „Slam Poetry“. Den mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis Deutsche Sprache erhielt der Siegener Philosoph Dieter Schönecker (2.v.l.) für seine Verdienste um die Wissenschaftssprache Deutsch. Professor Schönecker gründete 2006 das Zentrum für Kommentarische Interpretationen zu Kant (ZetKIK). Es widmet sich der Analyse von Themen und Texten der Philosophie Kants. Der undotierte Institutionenpreis Deutsche Sprache wurde der Deutschlandstiftung Integration für ihre Initiative „Ich spreche Deutsch“ verliehen. Die Stiftung wurde durch Wolfgang Fürstner und Ferry Pausch, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Siftung (8. und 9.v.l.), vertreten. Der Name der Initiative ist ihr Programm: sie möchte bewirken, dass Menschen mit Migrationshintergrund, die dauerhaft in Deutschland leben und arbeiten, die deutsche Sprache beherrschen.

Im Frühjahr hatte die Jury des Kulturpreises Deutsche Sprache dazu aufgerufen, ihr Vorschläge für eine Entsprechung für „Poetry Slam“ zuzusenden. Mehr als 400 Vorschläge bewiesen Einfallsreichtum und Sprachbewusstsein wie Wortbewerb, Dichtfest oder Lyrikgipfel. Überzeugt hat am Ende das Wort Lyrelei. Den Juroren ging es um eine originelle und treffende Entsprechung, nicht um einen durchsetzungsfähigen Ersatz. Diesen könne es gar nicht geben, denn die internationale Gemeinschaft identifiziert sich mit dem Begriff „Poetry Slam“ und würde keinen Ersatz zulassen. Die Kreativität im Umgang mit Sprache habe im Mittelpunkt der Suche gestanden, wie es ja auch beim „Poetry Slam“ der Fall sei, erklärte die Jury. Das Preisgeld von 500 Euro geht an Miriam Lehmann aus Leipzig für Lyrelei.

Der Kulturpreis Deutsche Sprache wurde in diesem Jahr zum elften Mal von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache vergeben. Zu seinen bisherigen Trägern gehören u. a. Udo Lindenberg, Cornelia Funke, Frank Schirrmacher, Günter de Bruyn, Paul Kirchhof und Vicco von Bülow alias Loriot.

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Personen auf dem Foto (v.l.n.r.): Prof. Dr. Walter Krämer, Vorsitzender des Vereins Deutsche Sprache, Prof. Dr. Dieter Schönecker, Preisträger des Initiativpreises Deutsche Sprache, Prof. Dr. Peter Klein, Jury für den Kulturpreis Deutsche Sprache, Felicitas Schöck, Eberhard-Schöck-Stiftung, Nora-Eugenie Gomringer, Preisträgerin des Jacob-Grimm-Preises Deutsche Sprache, Bertram Hilgen, Oberbürgermeister der Stadt Kassel, Prof. Dr. Helmut Glück, Sprecher der Jury des Kulturpreises Deutsche Sprache, Wolfgang Fürstner und Ferry Pausch, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Deutschlandstiftung Integration, Eberhard Schöck, Vorstandsvorsitzender der Eberhard-Schöck-Stiftung


 

6. Oktober 2011: Mitgliederversammlung beschließt in Magdeburg Zusammenschluss zur Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt

Regionalgruppen 06 und 39 fusionieren • Dr. Henry Matthies wurde zu weiterem stellvertretenden Regionalleiter gewählt

Jörg Bönisch, Dr. Henry Matthies, Petra Hübschmann, Arne-Grit Gerold (v.l.n.r., Foto: Wolfgang Müller-Bönisch)

Bei der gemeinsamen Mitgliederversammlung der Vereinsfreunde der PLZ-Regionen 06 und 39 am 6. Oktober im Magdeburger Diamant-Brauhaus wurde gemäß Paragraf 9 der Vereinssatzung einstimmig der Zusammenschluss der beiden Regionalgruppen zur »Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt« beschlossen. So soll die Vereinsarbeit im Norden Sachsen-Anhalts intensiviert und auf das ganze Land ausgedehnt werden. Um die Interessen der bisherigen Regionalgruppe (RG) 39 gleichberechtigt zu vertreten, wurde auf der Mitgliederversammlung ein weiterer stellvertretender Regionalleiter aus den Reihen der Vereinsmitglieder der bisherigen RG 39 gewählt. Dr. Henry Matthies erklärte sich bereit, dieses Ehrenamt zu übernehmen und wurde bei der anschließenden Abstimmung einstimmig zum stellvertretenden Leiter der Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt gewählt. Damit konnte Petra Hübschmann, seit Juni dieses Jahres kommissarische Leiterin für das nördliche Sachsen-Anhalt, entlastet werden. Gerold dankte ihr für die bisher geleistete Tätigkeit und wünschte Matthies viel Erfolg.

Damit besteht die Leitung der Landesregionalgruppe Sachsen-Anhalt des Vereins Deutsche Sprache aus der bisherigen Regionalleiterin Dipl.-Formgestalter Arne-Grit Gerold, Halle (Saale), mit ihren beiden Stellvertretern Dipl.-Ing. Jörg Bönisch, Halle (Saale), und Dr. Henry Matthies, Magdeburg.

Lesen Sie auch die Presse-Information 10/2011 in der Rubrik Presse. Die während der Mitgliederversammlung gezeigte Präsentation finden Sie hier.

 

    

Arne-Grit Gerold, Robert Stephan, Wolfgang Müller-Bönisch, Bettina Schwarz, Dr. Axel Genz, Josef Fassl (linke Reihe v.l.n.r.) • Dr. Detlef Klauck, Dieter H. Michel, Monika Simons, Hans-Heiner Schulze, Dr. Charlotte Gersbacher, Petra Hübschmann (rechte Reihe v.l.n.r.) • Jörg Bönisch (Fotos: Jörg Bönisch (3), Wolfgang Müller-Bönisch (1))


 

»Die Gedanken sind frei« wurde am 30. September 2011 auf der Wartburg zum schönsten deutschen Volkslied gekürt

Vom 12. bis 29. September konnten Zuschauer des MDR Fernsehens, Hörer von MDR Figaro und Nutzer der MDR-Netzseiten abstimmen sowie eigene Vorschläge unterbreiten

Die Wartburg: Ehemals Austragungsort des Sängerkrieges, fand hier nun die Suche nach dem schönsten deutschen Volkslied ihren Abschluss (Foto: Jörg Bönisch)

Die Zuschauer und Hörer des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) haben entschieden: »Die Gedanken sind frei« ist das schönste deutsche Volkslied. Über zwei Wochen konnte telefonisch oder im Netz auf den Seiten des MDR abgestimmt werden. „Die Wahl zeigt den Wert, den die Freiheit beim Publikum in Mitteldeutschland genießt und dass es sich beim deutschen Volkslied nach wie vor um ein hohes Gut handelt”, meint MDR-Hörfunkdirektor Johann Michael Möller. MDR Fernsehen und MDR Figaro stellten 20 Volkslieder zur Wahl, es konnten aber auch eigene Vorschläge eingereicht werden. Tausende Zuschauer, Hörer und Internetnutzer beteiligten sich an der Abstimmung. Auf die Plätze zwei und drei wurden »Der Mond ist aufgegangen« und »Im schönsten Wiesengrunde« gewählt. Es folgen »Kein schöner Land«, »Ännchen von Tharau« und »Am Brunnen vor dem Tore«.

Der MDR kommt zu dem Ergebnis, dass das Volkslied noch nicht in Vergessenheit geraten sei. Neben der regen Beteiligung an der Abstimmung der vorgegebenen Lieder belegten dies die zahlreichen Vorschläge für das schönste deutsche Volkslied. Unter den 171 Publikumseinsendungen waren die Favoriten das »Heidenröslein«, »Bunt sind schon die Wälder«, »O Täler weit, o Höhen« und »Hoch auf dem gelben Wagen«.

 

 

MDR-Moderatoren Katrin Huß und Thomas Bille verkündeten gemeinsam die Gewinner der Aktion • Mitglieder des MDR Rundfunkchores sangen zahlreiche Volkslieder unter der Leitung von Robert Blank (Fotos: MDR/Marco Prosch)

Mit dieser Aktion ist der MDR auf dem rechten Weg, denn im Sommer hatte der VDS in Leipzig gegen die Benachteiligung deutschsprachiger Musik protestiert. Vorstandsmitglied Heiner Schäferhoff und der Dresdner Regionalleiter Peter Jaensch riefen Anfang Juli zu einer Demonstration »Mehr Deutsch im Radio« vor das MDR-Hochhaus in der Leipziger Innenstadt auf und überreichten dort eine Protestnote (Meldung im Archiv). Als wenn dies heilende Wirkung zeigt, wartet der MDR nun mit dieser erstaunenswerten Aktion auf, mit der die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt einen wertvollen Beitrag gegen das Vergessen von Liedgut vergangener Zeiten leistet.

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Alle Informationen über die Aktion gibt es auf den Netzseiten des MDR.


 

10. September 2011: Der elfte Tag der deutschen Sprache beim zweiten Fontänefest auf der Ziegelwiese

Die Freunde der Fontäne Halle luden zu »Theater und Musik an der Fontäne« ein • Picknick des Vereins Deutsche Sprache beim Fontänefest 2011 auf der Peißnitz-Insel in Halle (Saale)

Die Fontäne auf der Ziegelwiese und der gut besuchte VDS-Stand (Fotos: Jörg Bönisch)

Alle VDS-Mitglieder, Freunde der deutschen Sprache und am Verein Interessierten waren herzlich eingeladen, den diesjährigen Tag der deutschen Sprache gemeinsam mit den Freunden der Fontäne Halle beim Fontänefest 2011 »Theater und Musik an der Fontäne« auf der Ziegelwiese zu begehen.

Arne-Grit Gerold, ehrenamtliche Leiterin der Regionalgruppe 06 des VDS, und ihr Vertreter, Jörg Bönisch, waren von 14 bis 19 Uhr mit einem Informationsstand auf der Ziegelwiese in Halle (Saale). Gerold zu den Beweggründen: „Wir möchten ins Gespräch kommen, denn mit unserem Verein gibt es eine Sprachgemeinschaft, die der deutschen Sprache wieder zu der ihr zukommenden Bedeutung und Wertschätzung verhelfen und das Interesse an Sprachentwicklung wecken will. Es gibt keine weitere Bürgerbewegung, die so engagiert für die deutsche Sprache eintritt. Wir wollen dafür sorgen, dass über die deutsche Sprache gesprochen und diskutiert wird.“

Rund 140 Interessierte kamen zum Stand, um sich über unseren Verein und unsere ehrenamtliche Tätigkeit zu informieren. Der überwiegende Teil der Besucher war unseren Vereinszielen gegenüber sehr aufgeschlossen und ermunterte uns, engagiert weiterzumachen. Einige kamen gezielt zu uns, da sie vorher aus der Zeitung beziehungsweise im Radio (MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt) erfahren hatten, dass wir beim Fontänefest zu finden sind. In zahlreichen Fragen ging es ganz konkret um die Regionalarbeit und welche Zielrichtung wir dabei verfolgen. Alle Standbesucher wurden reichlich mit Informationsmaterial, Visitenkarten und Werbegeschenken versorgt. Mit einigen gab es sehr intensive Gespräche, andere wollten sich nach Durchsicht der überreichten Unterlagen überlegen, in unseren Verein einzutreten. Ganz besonders freuten wir uns, dass auch zahlreiche Vereinsmitglieder den Weg auf die Ziegelwiese gefunden haben, um mit uns ins Gespräch zu kommen.

Der Tag der deutschen Sprache wurde in diesem Jahr zum elften Mal begangen. Die Mitglieder des VDS nutzen diesen Tag, um der deutschen Sprache zu mehr Ansehen zu verhelfen. Sie erinnern daran, dass die deutsche Sprache ein wichtiges Bindeglied in unserer Gesellschaft ist, für das sich die Sprachgemeinschaft mehr einsetzen sollte. „Wir wollen deutlich machen, dass Internationalität beziehungsweise internationale Bedeutsamkeit und das Bekenntnis zur deutschen Muttersprache kein Widerspruch sind“, betont Gerold. „Sprachpflege und Sprachentwicklung sind uns dabei genauso wichtig, wie die Schärfung des Bewusstseins, Fremdwörter verantwortungsvoll einzusetzen, sich mündlich und schriftlich verständlich auszudrücken.“

Dr. Karin Scherf, Redakteurin bei MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt, hat im Vorfeld des Tages der deutschen Sprache mit Jörg Bönisch ein Interview im Studio aufgezeichnet, welches am 8. September gesendet wurde. Die Magdeburger Volksstimme berichtet in ihrer Ausgabe vom 10. September 2011 auf Seite 3 ausführlich über den VDS und den Tag der deutschen Sprache.

Die Freunde der Fontäne Halle sind eine Gruppe von Bürgern, die sich der Erhaltung der Fontäne im Teich der Ziegelwiese verschrieben haben. Weitere Informationen unter www.fontaene-halle.de.


 

9. September 2011: Festspiel der deutschen Sprache im Goethe-Theater Bad Lauchstädt

Deckblatt des diesjährigen Programmhefts

Operndiva und VDS-Mitglied Prof. Edda Moser lud zum fünften Mal zum Festspiel der deutschen Sprache in das historische Goethe-Theater nach Bad Lauchstädt ein. Und sie kamen alle, die mehr oder weniger bekannten Prominenten, wie auch die zahlreichen Gäste. Darunter waren Bundesaußenminister a. D. Hans-Dietrich Genscher, Altministerpräsident Prof. Wolfgang Böhmer, die ehemalige Regierungssprecherin Dr. Monika Zimmermann, Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff – Schirmherr der Veranstaltung –, Regierungssprecher Dr. Franz Kadell sowie MDR-Intendant Prof. Udo Reiter und hunderte Sprachfreunde. Die Zuschauer wurden im ausverkauften Haus mit einer szenischen Lesung für sieben Schauspieler „Faust – der Tragödie erster Teil“, in der Fassung des 1949 in Halle an der Saale geborenen Film- und Fernsehregisseurs Michael Knof, bgeistert.

Unter der künstlerischen Leitung von Edda Moser wurde großes Theater geboten und das Publikum dankte es den Schauspielern mit tosendem Applaus. Die Besetzungsliste wartete mit der Crème de la Crème der deutschen Schauspielkunst auf: Als Faust und Mephistopheles brillierten Burghardt Klaußner und Ulrich Matthes. Katharina Thalbach überzeugte als Marthe Schwerdtlein, Hexe, Lieschen, die Schöne und die Alte. Pauline Knof schlüpfte in die Rolle der Margarethe. Ernst Jacobi gab den Herrgott und Wagner, Markus Meyer den Schüler und Valentin, Hans Stetter verkörperte Zueignung und Geist. Da die Eintrittskarten bereits Monate vorher ausverkauft waren, wurde die Aufführung, wie bereits im Vorjahr, auf eine große Bildwand vor dem Goethe-Theater übertragen.

Feierlich eröffnete Edda Moser das Festspiel mit den Worten: „Hoch verehrter Herr Geheimrat von Goethe, nehmen Sie Platz in Ihrem roten Regiesessel und lassen Sie uns teilhaben an Ihren Gedanken, in der Hoffnung, dass wir diese zu fassen wissen. Das Heimweh nach sich selbst, als man zum ersten Mal den Faust auf harter Schulbank mühselig las, die Neugier des maliziösen Mephisto, des wutschnaubenden Faust, des unternehmungslustigen Gottes erahnend, mag heute neu erwachen und uns auf den Knien unseres Herzens sich Ihnen zu Füßen legen und lauschend das Wunder dieser herrlichen Sprache zu erleben.“

Burghardt Klaußner im Interview mit dem MDR-Fernsehen: „Es gibt so unendlich viel interessantes Material in diesem Stück Faust, was ganz unmittelbar mit heutigen Verhältnissen zu tun hat. Oder sagen wir, mit Verhältnissen, wie sie immer waren und wohl immer sein werden. Nämlich mit Liebespein und Liebekummer, mit Forscherdrang und Übermut, mit Selbstmordgedanken und mit Tod, mit Religion und Eigenständigkeit. Und das Tolle an dem Stück, wie ich es jetzt durch dieses Lesen erfahren habe, ist, wie es vorwegnimmt die Industrialisierung, insofern als der Faust sagt, ich muss mit der Natur irgendwie eins werden, ich will die haben.“

Es war ein gelungenes Programm am Vorabend zum Tag der deutschen Sprache, der am darauf folgenden Tag bei herrlichstem Spätsommerwetter in Halle auf der Ziegelwiese an der Fontäne begangen wurde.


 

3./4. Juni 2011: Bundesdelegiertenversammlung des Vereins Deutsche Sprache in Merseburg

Rund 150 Delegierte und Gäste kamen nach Merseburg • Stadt Merseburg als korporatives Mitglied in Verein Deutsche Sprache aufgenommen

Das Ständehaus in Merseburg bot einen ehrwürdigen Rahmen für die Bundesdelegiertenversammlung (Fotos (3): Jörg Bönisch)

Für zwei Tage war Deutschlands größter Sprach- und Kulturverein, der Verein Deutsche Sprache e.V. (VDS), in Merseburg zu Gast. Mitglieder und Delegierte des VDS aus der ganzen Welt kamen am 3. und 4. Juni 2011 zu ihrer Delegiertenversammlung im Merseburger Ständehaus zusammen. Hier legten sie, stellvertretend für fast 34.000 Vereinsmitglieder, die inhaltlichen Leitlinien des VDS fest und zogen Bilanz über das vergangene Jahr. Da sich zahlreiche sprachgeschichtliche Wurzeln in der mitteldeutschen Region befinden, gab es genügend thematische Anknüpfungspunkte, dieses Großereignis des Vereins hier durchzuführen. Stellvertretend seien die Merseburger Zaubersprüche genannt, die als ältestes deutschsprachiges Schriftdenkmal mit heidnischem Inhalt einen unmittelbaren Bezug zum Austragungsort haben. So setzte sich die hallesche Regionalgruppe unter Leitung von Arne Grit-Gerold und Jörg Bönisch dafür ein, Gastgeber der diesjährigen Delegiertenversammlung zu sein. Sie regten auch an, dass die Stadt Merseburg in den Verein Deutsche Sprache als korporatives Mitglied eintritt. Während der öffentlichen Eröffnungsveranstaltung am 3. Juni 2011 überreichte der Vereinsvorsitzende Prof. Walter Krämer (im Foto unten links) dem Merseburger Kulturamtleiter Michael George (im Foto unten rechts) eine Urkunde, welche der Stadt die Vereinszugehörigkeit bescheinigt.

Die Delegiertenversammlung löste ein breites regionales und überregionales Medienecho aus. Besonders gelungen war eine ganzseitige Berichterstattung in der Mitteldeutschen Zeitung Merseburg-Querfurt vom 4. Juni, deren Text unter mz-web.de veröffentlich wurde. Auch die Nachrichtenagentur dapd, Deutschlandradio Kultur, der MDR Hörfunk und zahlreiche Nachrichtenportale im Internet berichteten in diesem Zusammenhang über den VDS.

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Im Merseburger Ständehaus (linkes Foto) wurde die Mitgliedschaft der Stadt urkundlich besiegelt (rechtes Foto) 

 


 

Die Chronik der Vereinsarbeit der VDS-Regionalgruppe

Titelblatt der Vereinschronik

(aktualisiert am 03.05.2012) Mit dieser Chronik möchten wir einen Überblick geben, wie sich die Vereinsarbeit in der Region in den zurückliegenden Jahren entwickelt hat.

Die Vereinsmitglieder unserer Regionalgruppe treten ehrenamtlich für die Ziele des Vereins ein. Dabei bauen wir auf die Ausdruckskraft der deutschen Sprache und widersetzen uns der zunehmenden Anglisierung. Unsere Arbeit basiert auf Anziehung, in dem wir Verbündete suchen. Uns geht es weniger um Kritik von sprachlichen Fehlleistungen. Dennoch ist in Einzelfällen eine streitbare Beteiligung an der öffentlichen Diskussion nicht zu umgehen. Auch dafür gibt es in dieser Chronik einige Beispiele.

Wir konzentrieren uns inhaltlich auf die Bereiche Sprachpolitik und deutsche Sprache als kulturelle Identität. Wir wollen deutlich machen, dass Internationalität bzw. internationale Bedeutung und das Bekenntnis zur deutschen Muttersprache (= kulturelle Identität) kein Widerspruch sind. Zu diesen Themen bieten wir Veranstaltungen, wie Gesprächs- und Diskussionsforen oder Podiumsdiskussionen an. Darüber hinaus wollen wir offizielle Erklärungen und Standpunkte entwickeln, mit denen wir uns als Partner an die Landes- und Kommunalpolitik, die Verwaltungen, Firmen, Hochschulen und Institutionen vor Ort wenden. 

Mit in loser Folge erscheinenden Info-Briefen halten wir die Vereinsmitglieder und interessierte Sprachfreunde über die aktuellen Geschehnisse informiert. Anlassbezogen werden Presse-Informationen herausgegeben, um die Öffentlichkeit über den Verein, sein Wirken und seine Veranstaltungen zu informieren oder um sich zu aktuellen Entwicklungen öffentlich zu positionieren. Wichtigstes und aktuellstes Informationsmedium bleibt dieser regionale Netzauftritt.

Die Chronik kann hier heruntergeladen werden.


 

Hier finden Sie ältere Meldungen

• aus dem Jahr 2011...

• aus dem Jahr 2010... 


 

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